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Gezogener Wechsel

Der gezogene Wechsel ist eine Urkunde, die die Anweisung des Wechselaustellers (Exporteur) an einen Bezogenen (Importeur) enthält, eine bestimmte Geldsumme zu einem festgelegten Zeitpunkt an ihn oder eine dort festgelegte Person zu zahlen.



Bei Fälligkeit legt der Inhaber des Wechsels diesen bei der Hausbank des Bezogenen vor. Letzterer beauftragt dann seine Bank den Wechsel einzulösen. Solange der Wechsel vom Bezogenen noch nicht unterschrieben wurde, wird er als Tratte bezeichnet. Sobald er angenommen bzw. unterschrieben ist, heißt er Akzept. Der Wechsel hat eine Zahlungsmittel-, Kredit- und Sicherungsfunktion: Die Zahlungsfunktion des Wechsels bedeutet, dass er vom Inhaber (hier der Aussteller) an Dritte weitergegeben werden kann und ihm somit selbst als Zahlungsmittel dient. Diese Übertragung der Wechselrechte heißt Indossament. Die Kreditfunktion ergibt sich daraus, dass ein angenommener Wechsel das Zahlungsziel des Importeurs um die Laufzeit des Wechsels hinausschiebt. Die Sicherungsfunktion des Wechsels resultiert aus den im Wechselgesetz festgelegten strengen Vorschriften (Wechselstrenge). Mit der Unterschrift des Ausstellers, des Bezogenen und ggfs. aller folgenden Indossanten (weitere Wechselinhaber) haften diese als Gesamtschuldner, wenn der Bezogene (Schuldner) nicht vereinbarungsgemäß zahlt. Voraussetzung dafür ist, dass die Indossament-Haftung nicht ausgeschlossen wurde.

 

Autor: Thomas Bittner, IHK Region Stuttgart

 

weiterführende Links: 

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wechsel.html